Neulich sass ich im Bus. Ich weiss: Krisengebiet. Ich musste. Die Fahrt begann in Oberwinterthur, wo ich beruflich zu tun hatte und führte via Grütze Markt zu mir nach Hause.

Ich war allein. Das heisst bis besagter Zwischenstation. Die Bustür öffnete sich. Hinein stieg ein altes Paar. Beide tragen Schutzhandschuhe. Er dazu eine Maske. Während er den Rollator hinein hievt, erinnern ihre Kopfbewegung mich an meine Grossmutter, die an Parkinson erkrankt war.

Sie setzen sich nahe der Bustür hin und atmen durch.
Der Bus rollt. Die Tür geht bald schon wieder auf.

Hinein steigt diesmal eine ausländisch-aussehende Mutter. Einkauf in der Hand. Kinderwagen samt Nachwuchs vor sich schiebend. Der Bus lässt nicht viel Raum für Kinderwagen. Sie steht also samt Einkauf und Wagen, da wo es möglich ist. Unweit des älteren Paares, die nun sichtlich verunsichert sich austauschen, den Entschluss fassen und erheben.

Ziel sind die zwei Sitze weiter hinten. In sicherer Entfernung. Der Bus rollt. Er wackelt, sie stützt. Angekommen dreht sie sich um. Schaut zu ihr, schaut zu mir und spricht:

\“Gell, das ist nicht, weil Sie Ausländer sind. Das ist wegen des Virus\‘.\“

Ich nicke. Ich bin gerührt.